Nikolaifriedhof
Der Nikolaifriedhof wurde 1305 erstmals im Görlitzer Stadtbuch erwähnt. Bis 1847 wurde er als Begräbnisstätte genutzt. Um die Toten einer Pestepedemie zu beerdigen, wurde der Friedhof 1633 Richtung Westen erweitert. Wohlhabende Familien ließen während der Renaissance (ab 1617) und im Barock (bis 1704) insgesamt 17 Grufthäuser errichten. Ein Grufthaus kostete damals fast soviel wie ein Haus. 1624 wurde hier Jakob Böhme begraben.
Auf besonderen Wunsch hin wurde noch 1954 Johannes Maximilian Avenarius auf dem Nikolaifriedhof beigesetzt. Johannes Maximilian Avenarius (* 7. Januar 1887 in Greiffenberg; † 21. August 1954 in Berlin-Müggelheim) war ein expressionistischer Maler, Grafiker und Illustrator.
Die Evangelische Kulturstiftung betreut gegenwärtig das Friedhofsgelände.
Die Dichterin Ricarda Huch nannte den Görlitzer Nikolaikirchhof einen der schönsten Bergfriedhöfe Deutschlands.
Prof. Dr. Ernst-Heinz Lemper, nach 1950 über Jahrzehnte verdienstvoller Leiter der Städtischen Kunstsammlungen, sah in dieser Begräbnisstätte einen Camposanto nördlich der Alpen, im eigentlichen Wortsinn ein Heiliges Feld, abgeschlossen von der Außenwelt. Dieser Eindruck eines italienischen Friedhofs entsteht zum einen durch Mauern, die den Kirchhof begrenzen, zum ändern durch die am Rande liegenden Grufthäuser, die mit ihren Arkadenbögen den Durchgang vom Tod zum Leben widerspiegeln.
In den wechselnden Jahreszeiten bietet der Kirchhof mit seinen sich ständig ändernden Facetten den Anblick eines festlich-repräsentativen Totenreiches. Er gleicht einem Bilderbuch deutscher Kultur, an dessen Gestaltung zahllose Generationen durch lange Jahrhunderte mitgewirkt haben. In beschwingt vollendeter Harmonie von Architekturformen, Plastiken und Natur entfaltet sich hier ein reizvoller Blick in die Vergangenheit.
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Nikolaikirche
Die Nikolaikirche ist heute eine Gedächtnis- und Ausstellungskirche am Tor zum Nikolaifriedhof. Vermutlich im 12. Jahrhundert existierte bereits an dem Kirchenstandort eine Kirche, die auch der Nikolaivorstadt ihren Namen gab. Bis zur Weihe der Peterskirche war diese Kirche die Görlitzer Hauptkirche. Der 1452 begonnene Kirchenneubau kam nur sehr langsam voran, da offensichtlich der ebenfalls begonnene Bau der Peterskirche im Vordergrund stand. Die Kirche diente als Friedhofskirche, in der in Notzeiten auch massenhaft Tote aufgebahrt wurden. 1925/26 gestaltete die evangelische Gemeinde die Kirche in eine Gedächtniskirche für ihre Gefallenen im 1.Weltkrieg um. Im expressionistischem Stil gelang es Martin Elsässer diesen Kirchenbau neu zu definieren.
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Heilige Grab
Das Heilige Grab in Görlitz, auch Görlitzer Jerusalem genannt, wurde als religiöses Gesamtkunstwerk geschaffen, das sich von der Krypta der Kirche St. Peter und Paul über den Stadtraum zum Heiligen Grab erstreckt. Es gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Heilig-Grab-Kapelle in der Neißestadt ist eine verkleinerte Kopie des Jerusalemer Originals aus der Zeit des hohen Mittelalters, deren Genauigkeit bei keiner anderen Nachbildung des Heiligen Grabes in Deutschland erreicht wurde. Das Bild, das sie in Görlitz bietet, stand in der gleichen Form den Kreuzfahrern vor Augen, ebenso auch Georg Emmerich, dem späteren Bürgermeister und Agnete Fingerin, als sie eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternahmen.
Im Jahr 1989 wurde das 500-jährige Jubiläum des Heiligen Grabes zu Görlitz gefeiert. Der Anlass der Feierlichkeiten war nicht unumstritten, weil für die Entstehung der Anlage die Jahre zwischen 1481 und 1489 ebenso genannt werden wie die Zeitspanne zwischen 1481 und 1504.
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